Die Nachfahren des Ludwig Hillesheims in Andernach

Im folgenden nochmals die vollständige väterliche Linie der Hillesheims in Andernach. Ludwig Hillesheim hatte insgesamt sechs Kinder, welche hier kurz vorgestellt werden.

Konrad Hillesheim
1477-1518

Peter Hillesheim
1497-1519

Thonis Hillesheim
1516-1554

Ludwig Hillesheim
1514-1575

Anton
1566-1597
Ludwig
1580-1613
Peter
1574-1589
Katharina
1589
Anna
1593-1594
Margaretha
1568-1618

Johannes
1628


Anton Hillesheim
1566 - 1597

Anton studierte 1566 die Rechtswissenschaft, was aus einem Brief seines Patenonkels Omphal vom 6. Februar 1566 hervorgeht. In diesem Brief wird Anton erinnert, welche Verpflichtung und Chance das Studium ihm gebe. 1569, genau am 6. August wechselte Anton zur Universität Padua, wie die Matricula nationis Germanicae Juristarum im Eintrag Nr. 38 berichtet. Dort wird Antonius Hillessemius Andernacensis als Studiosus aufgelistet. Offenbar erlangt Anton seinen Doktor als Abschluß seiner akademischen Ausbildung. Im Jahre 1573 hatte Anton Hillesheim eine karg bezahlte Stellung beim erzbischöflichen Offizialat in Köln. Seit 1585 hat er sich wieder in seiner Heimatstadt Andernach niedergelassen und in den darauf folgenden Jahre bis 1597 noch hohe Ämter innegehabt (u.a. Bürgermeister, Baumeister, Schützenmeister). Kurz zuvor am Dienstag dem 17. Januar 1586 heiratete er, wie die Ehrenschankrechnungen belegen. Leider ist der Name seiner Ehefrau unbekannt. Als die Pest in Andernach wütetet, fiel auch Anton Hillesheim dieser Epidemie zum Opfer. Lesen wir einen Abschnitt aus dem Bericht des Stadtschreibers:

... ist zu Andernach ein groß sterben eingefallen, vill Junger und alter Leuth gestorben, vngeferlich 900 psonen, auch drey aus dem Rath vund Scheffen stuell mitt Todt abgangen weylant die Erenuest hoch vnd wolgelerte Achtpar vnd Fursichtige hrn Anthon hillesheim dero Rechten doctor, Johan Ruedt Zolschreiber, vnnd Stephan Ruidt alle drey Scheffen unnd Rathsuerwante dieser Stadt Andernach denen Gott in ewigkeit gnedigh sein wolle, ...

Schwab berichtet in seinem Buch, daß sich im Bestand der Stadtbibliothek Mainz ein Buch des Ludwig Hillesheim mit einer persönlichen Widmung eines Johannes Hillesheim an seinen Vetter Stephan Ruide, seinerzeits Rektor des Jesuitenkollegs Mainz, befindet. Dieser Johannes Hillesheim, anno 1628, war, wie aus der Widmung hervorgeht, ein Enkel des Ludwig Hillesheim. Somit war er vermutlich ein Sohn des Anton Hillesheim.



Peter Hillesheim
1574 - 1589

Der Sohn Ludwigs Peter Hillesheim wird zum erstenmal erwähnt, als dieser im Jahre 1574 die Altaristenstelle der Pfarrkirche zu Andernach vom Rat übertragen bekam. Der bisherige Inhaber Herr Leonardt Brer von Girhardstein (Gerolstein) verstarb am 16. Dezemeber 1974.

Als der Wurdige her Leonardt Brer von Girhardstein besitzer der Keiserlichen Maiestait Altair in der pfarkirchen Zu Andernach den 16 Dezembr a 1574 nach dem willen des Almechtigen verstorben, hat der Raidt vff anhalten hern Ludwichen Hillessems denselben Altair conferirt vnd der Keiserlichen Maiestait vermoegh der Stadt Privilegien vnd alter ordnungh nominirt Petrum Hillessem, daruff die Keiserlicher Mst. .....

... Vnd es sol Ime der Raidt Jarlichs von dem Altair geben Zehen goltg. die vbrigen Renthen vnd auffkunffst, hat derselb dem Raidt freiwilliglich Zu vnderhaltungh der scholen resignirt, sol derhalben dem Raidt schein Zustellen, durch sich selbst, vnd seine freundt denselben vnderschreiben laissen.

Soweit die Ratsprotokolle von 1574 (Schwab S.33). Etwa im Jahre 1580 wurde die Stelle des Altaristen übertragen an Ludwig Hillesheim, Peter Hillesheims Bruder. Peter wurde in der Rechnung der Hillesheim-Stiftung des Jahres 1589 als "Peter Hillesheim zu Boppard" genannt. Also hat Peter Hillesheim die Stadt Andernach verlassen und seinen Wohnsitz nach Boppard verlagert.

Anmerkung: Die Identität dieses Peter von Hillesheim aus Andernach, später zu Boppard und des Peter von Hillesheim, welcher in alten Akten von Kettig genannt wird, ist keineswegs dokumentarisch zu belegen. Der Vorsitzende des Sippenverbandes Hillesheim Baumeister Josef Hillesheim aus Wuppertal behauptet an mehreren Stellen, diese Identität belegen zu können, bleibt aber den Beweis schuldig. Über diese Verbindung des Peter Hillesheim, einer der ersten Hillesheims, die in Kettig erwähnt werden, glaubt der Sippenvorsitzende die Hillesheim Linie aus Kettig über die Hillesheims in Andernach zurückführen zu können auf die Hillesheims aus Hillesheim. Für den Schreiber dieser Zeilen ist dieser Schluß nicht haltbar. Die Herkunft der Hillesheims aus Kettig ist derzeit noch unbekannt. Sollte ein Leser mehr hierüber wissen, so möchte er doch gerne mit dem Verfasser in Verbindung treten.



Ludwig Hillesheim
1580 - 1613

Wie schon berichtet, hat etwa im Jahre 1580 Ludwig Hillesheim die Altaristenstelle von seinem Bruder Peter übernommen. Diesem Amt ist Ludwig nachgegangen bis ins Jahr 1592. Aus den Rechnungen können wir folgendes entnehmen:

1592 hadt dinstag den 26 May herr Lodtwig Hillesheim besitzer des Altairs Cesaris alhie in der Pfarrkirchen den sammentlichen Rath zue seinem Abschgiedt Zue Gast gehapt dahin aus beuelch geschenkt 8 kannen Viernen weins vom jahr 90 so gehalten 12 qr Jde wie fur thut 7 fl 12 alb. (Schwab S.55)

Also verläßt Ludwig 1592 ebenfalls seine Heimatstadt Andernach, er tritt eine Stelle als Kanonikus am Stift von Karden an der Mosel an. In alten Rechnungen der Hillesheim-Stiftung wird Ludwig im Jahre 1613 noch genannt, scheint also noch in diesem Jahr noch gelebt zu haben. Weiteres ist über Ludwig Hillesheim, den Sohn des Schriftstellers Ludwig Hillesheim nicht bekannt.



Katharina Hillesheim
1580 - 1613

Von Katharina Hillesheim berichten die Quellen nur wenig. Wir erfahren, daß sie den Herrn Dr. Eschenfelder ehelichte. In einer Rechnung der Hillesheim-Stiftung aus dem Jahre 1589 erfahren wir:

Item empfangen von Catharina Hilleshems Doctor Eschenfelders Hausfrauw, so sie gleich andern Hilleshems Erben laut gehaltener Rechnungh von hinderstendigen Pensionen schuldigh 42 fl 6 alb, vnd dan 2 Jahr Pensions 4 fl. Thudt 46 fl 6 alb.

Diese Schuld wird von ihrem Schwager Johann Wilhelm Seutz abgelöst.


Anna Hillesheim
1593 - 1594

Anna Hillesheim heiratet Johann Wilhelm Seutz (Seulz). Im Jahre 1593 übernimmt dieser die Schuld von Peter und Katharina Hillesheim bei der Hillesheim-Stiftung. 1594 spendieren die Eheleute Johann Wilhelm Seulz und Anna Hillesheim dem Andernacher Hospital und den Armen eine Stiftung von einer Mark jährlicher Zinsen. In der Schenkungsurkunde nennt Seulz weiland Herrn Ludwighenn Hilleßems und Gertraud seligen seine Schwiherrherren und Schwigermutter. Annas Ehemann muß wohl auch eine akademische Ausbildung besessen haben, denn 1595 ist er der Rektor der Schule zu Andernach (Schwab S. 55 ff).



Margaretha Hillesheim
1568 - 1618

Margaretha Hillesheim heiratete am Montag, den 2. August 1568 den Johann Ruide. In den Ehrenschankrechnungen können wir nachlesen:

Am Montag den 2 Augusti geschenkt hern Steffans Ruedens vnd Ludwig hillesheims freuntschafft so zu irer beidt Kinder Ehren tag hier erschinen seint 10 Kannen weins gehalten 15 qr die qr 4 alb machtt 2 fl 12 alb.

Margarethas Ehemann Johann Ruide stammte wohl aus einer sehr angesehenen Familie der Stadt Andernach. Er hatte in der Zeit von 1572 bis 1589 hohe Ämter der Stadt inne (u.a. Stadtschreiber, Rat, Schöffe und zuletzt kurkölnischer Zollschreiber). Auch er wurde 1597 ein Opfer der Pest und starb in seinen aktiven Jahren. Seine Frau lebte noch mindestens bis zum Jahre 1618. Zu diesem Zeitpunkt wird sie nochmals erwähnt in einer Urkunde, die von einer Schenkung ihres halben Anteils an der Hecken im Kiehldahl an das Andernacher Spital berichtet ( Schwab S. 57 ff).