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Die französische Zeit

Mit dem Ausbruch der französischen Revolution 1789 begann erneut eine Epoche der Unruhe für Hillesheim. Als Folge der Unruhen in Frankreich und der daraus folgenden Kriegszügen zogen 1792 Österreich und Preußen gegen die Revolutionäre in den Krieg, mußten sich jedoch bald wieder zurückziehen. Die Revolutionsheere drangen aber als Folge in das Kurfürstentum Trier ein, blieben aber auch nicht lange. In einem zweiten Anlauf starteten sie 1794 einen erneuten Feldzug, durch den als Folge der Kurstaat Trier schließlich sein Ende fand.

Das gesamte linksrheinische Gebiet wurde französisch, es erfolgte eine Neuaufteilung am 4. Pluviose des Jahres VI (23.1.1798). Hillesheim wurde Mairie (Bürgermeisterei) im Kanton Gerolstein des Arrondissements Prüm im Saardepartement. Alle bis dahin existierenden Behörden wurden aufgelöst, die Beamten ihrer Ämter enthoben und ausschließlich durch Franzosen ersetzt. Diese französischen Amtsträger konnten natürlich nie das Vertrauen der heimischen Bevölkerung gewinnen, zu groß waren die sprachlichen und kulturellen Unterschiede.

Desweiteren wurden die Besitzverhältnisse neu geordnet: Leibeigenschaft, Feudalrechte wurden abgeschafft. Die Geistlichkeit und Adelsherren verloren ihre Macht, es konnte sich ein freier Bauernstand entwickeln. 1804 wurde von Napoleon durch den Code Civil die Gesetzgebung und Verwaltung neu geregelt. Es wurden erstmals zivile Personenstandsregister (heutige Standesämter) eingerichtet. Doch trotz aller Widrigkeiten unter der französischen Besatzungsmacht konnte sich das Wirtschaftleben und der Handel in Hillesheim langsam entwickeln.

Die Preussen haben wieder die Macht

Die Verhältnisse änderten sich erneut, als in der Neujahrsnacht 1814 deutsche Truppen vom Westen her den Rhein überquerten, Napoleon verlor seine Macht. Nach dem Wiener Kongress wurden 1815 die Grenzen Frankreichs auf die von 1792 festgelegt, die französische Zeit war für die Hillesheimer Bevölkerung beendet. Das ehemals kurtrierische Gebiet wurde Preussen zugesprochen.

Der preussische Staat unterstützte den weiteren Aufbau von Handel und Gewerbe. Als im Jahre 1816 durch eine totale Mißernte erneut eine verheerende Hungernot drohte, gab der preussische Staat 2 Millionen Taler für die Förderung der Landwirtschaft aus. Durch diese gezielte Förderung der Aufforstung von Ödlandflächen wurde der Grundstock für den späteren Wohlstand vieler Ortschaften der Eifelregion gelegt. Auch Hillesheim profitierte von diesem finanziellen Aufwand.

1824 wurde die preussische Rheinprovinz mit der Hauptstadt Koblenz gegründet. Der Straßenbau wurde weiter gefördert, die Verkehrsanbindung verbesserte sich erheblich durch den Bau der Eisenbahnlinie Köln - Kall - Gerolstein 1870 und der Strecke Trier - Gerolstein 1871. Hillesheim entwickelte sich weiter zu einem Markt- und Handelsort von Bedeutung für die ganze Region. 1861 bestanden Postverbindungen nach Gerolstein, Daun und Stadtkyll.

1867 wurde ein Telegraphenamt eingerichtet, 1903 der erste Telefondienst. Die Anbindung an den Rhein wurde erst später durch die Eisenbahnlinie Jünkerath - Adenau - Remagen vollzogen. Die Voraussetzungen für eine gute wirtschaftliche Entwicklung von Hillesheim waren komplett.

   
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