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Zur Ortsgeschichte von Hillesheim
Wechselnde Landesherrschaften

Im Laufe der Geschichte wechselte Hillesheim offenbar mehrmals die Landesherrschaft. Eine wichtige Quelle in diesem Zusammenhang ist eine Urkunde von 1272. In dieser gibt Gerhard von Wildenburg für 200 trierische Denare Hillesheim an den Grafen Heinrich von Luxemburg ab und schwört diesem den Lehnseid. Somit geht Hillesheim im Besitz von Wildenburg / Reifferscheid über an Luxemburg. In einer weiteren Urkunde vom 10.8.1306 bestätigen Johann II v. Reifferscheid und Johann von Wildenburg, dass; Hillesheim Lehen des Grafen von Luxemburgist.

Doch diese Herrschaft währt nicht allzu lange. Bei der schon erwähnten Verpfändung 1308 war als Zeuge zugegen Gerhard V. von Jülich, ein Onkel Richardas von Reifferscheid. 1332 verpfändeten die Wildenburgs für 1000 Mark ihre Anteile an den Grafen Wilhelm von Jülich. 1335 werden die Rechte der Wildenburgs durch einen Tausch endgültig an Jülich abgetreten. Damit ist Hillesheim vorübergehend in den Besitz des Hauses der Grafen von Jülich übergegangen.

Bei einer Jülicher Hausfehde 1352 wurde Kurfürst Balduin von Trier gebeten zu schlichten. Hierfür ließ er sich eine Schuldverschreibung über 10000 Gulden austellen. Diese konnte später nie eingelöst werden und somit vereinnahmte Balduin von Trier mit Genehmigung des Kaisers Karl IV im Jahre 1353 Hillesheim. Er ließ sich am 4. 7. 1353 von Tilkin von Hillesheim mit all seinen Mannen, Burgleuten und Bürgern als neuer Herrscher huldigen. Hillesheim war und blieb nun bis zur französischen Revolution 1794 zu Trier gehörig.

Schlechte Zeiten für Hillesheim

Doch bis zur französischen Revolution 1794 durchlebte Hillesheim einige schlechte Zeiten. Bis etwa 1580 war die Zeit, bis auf kleinere Fehden abgesehen, friedlich und geregelt. Mit dem Ausbruch des niederländisch-spanischen Kriegs waren die ruhigen Zeiten für Hillesheim vorbei. Auf den Zügen der Niederländer gegen Süden machten diese Beute auch in dieser Eifellandschaft und raubten von der Bevölkerung alles, was sie brauchten und fanden. Die schlechten Zeiten wurden Anfang des 17. Jahrhunderts nicht besser. Der Dreißigjährige Krieg brachte nicht nur zusätzliche Plünderungen für das Volk, sondern zu allem Unglück verschlimmerte der Ausbruch der Pest die Situation der Hillesheimer. Hunger und Krankheit verursachten eine deutliche Abnahme der Bevölkerung. Dazu kamen die Plünderungen der umherziehenden Kriegshorden. Dennoch verteidigten die Hillesheimer 1647 tapfer einen Angriff der Franzosen, sodass; die Lothringer mit Verlusten davon ziehen mußten.

Auch nach dem Westfälischen Frieden litt die Stadt noch lange unter den Auswirkungen der vorangegangenen Kriegen. In die Serie von Kriegszeiten reihen sich die Eroberungskriege Ludwig XIV ein. Mehrere Male hausten die Franzosen in der Stadt. So geschehen am 29. August des Jahres 1689, als Häuser, Türme und Mauern gesprengt und in Brand gesetzt wurden von den unter Führung des Generals Marquis de Bouffleurs stehenden Franzosen. 1697 lagerten erneut die Franzosen 17 Tage lang in der Stadt und raubten alles was sie nur gebrauchen konnten. Die Ernte wurde genommen und die Armut der heimischen Bevölkerung war groß.

Die Serie von Kriegen wurde fortgesetzt durch den spanischen Erbfolgekrieg. Die Bevölkerung Hillesheims hatte erneut zu leiden durch teils feindschaftlich, teils freundschaftlich durch die Stadt ziehende Heerscharen. Aus der Chronik des Augustinerklosters kann man entnehmen, dass; im Jahre 1705 die Stadt durch die Unachtsamkeit eines Armee-Hufschmieds in Brand geraten sei, und

"... in währendem Brand hat die ganze Armee auf die Stadt gestürmt und geplündert. Die Generalität ist vom Tisch aufgestanden, vor das Kloster mit bloßem Degen hinausgelaufen, die Sodaten zu stören, hat nichts helfen wollen, also dass; in der Stadt wegen Menge der Soldaten und übrigen Volkes keiner dem andern hat reichen können und nichts salvieret, deswegen dann auch der Generalität Service, Pferde, Kutschen und Bagage, welche in der Stadt war, völlig zu Pulver und etliches auf der Straße verbrannt."

Die zwangsläufige Folge dieser nicht abbrechend wollenden Kriege war eine total zerstörte Stadt und eine verarmte Bevölkerung. 1713 sieht sich der Amtsmann von Hillesheim gezwungen, eine Eingabe an den Kurfürsten von Trier zu richten, in der er um Stundung der zu zahlenden Abgaben bittet:

"Es beschwert sich Euer Churfürstlich Durchlaucht unterthänigstes, getreuestes armes Städtlein Hillesheim über die Kriegsdrückung, Fouragierung, dreimalige totale Einäscherung".

Seinem Antrag wurde teilweise entsprochen und der Stadt wurde ein Jahr Stundung gewährt. Nach dem Frieden von Utrecht 1713 erholte sich der Ort langsam von all den schrecklichen Auswirkungen der vorausgegangenen geschichtlichen Ereignisse. Bis zur französischen Revolution 1789 konnte die Hillesheimer Bevölkerung in Frieden leben.

   
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