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Die Übersetzung der obigen Urkunde:

Aussöhnung der Hillesheimer mit Tilkin

Wir, die Bürger und die ganze Gemeinde der Stadt Hillesheim bekennen öffentlich in dieser Urkunde, daß wir uns wegen des Krieges und Zwiespalts, der dieses Krieges wegen zwischen uns auf der einen Seite und Tilkin von Hillesheim und seinen Söhnen auf der andern Seite gewesen ist, und aller Rechtshändel, die daraus entstanden sind bis auf den heutigen Tag, mit diesem Tilkin, seinen Söhnen, allen ihren Helfern und Dienern, und diese wieder mit uns allen, unsern Helfern und Dienern, die damit zu tun hatten, vollständig und aufrichtig mit Zustimmung und guten Willens unseres lieben gnädigen Herrn, Herrn Boemund, Erzbischof zu Trier, in jeder Weise versöhnt haben, wie hier geschrieben steht.

Zum ersten: Alle Gefangenen des vorgenannten Krieges sollen los und ledig sein; es wird auf sie von beiden Seiten aufrichtig und gänzlich verzichtet. Und wegen der Leute, die in dem vorgenannten Krieg umgekommen sind, wollen wir niemals Rache nehmen und sollen deswegen Urfehde schwören und halten wie es Brauch ist.

Wir haben verzichtet und verzichten auf beiden Seiten voll und ganz wegen aller Schäden, die in dem vorgenannten Krieg und Zwiespalt geschehen Sind bis zum heutigen Tag.

Tilkin von Hillesheim und seine Söhne sollen wieder zu ihrem Eigentum und Besitz in Hillesheim kommen mit dem gleichen Recht, wie sie vor dem Krieg waren bis zu dem Tag. da sie Hillesheim wegen der vorgenannten Streitereien verlassen haben, und sollen in Hillesheim wohnen können in Recht und Gewohnheit, wie andere Burgleute dort bisher gewohnt haben und rechtens wohnen sollen.

Auch die Abgaben, die Tilkin und seinen Söhnen zu Hillesheim jährlich zustehen, aber bisher nicht geleistet wurden, sollen wir ihnen allein von einem Jahr geben bis zum kommenden Walpurgistag (1. Mai) ohne Betrug.

Weiter sollen wir Tilkin und seinen Söhnen aus unserm Wald so viel Bauholz geben, daß sie ihr Haus zu Hillesheim, das in den vorgenannten Streitigkeiten zerstört worden ist, zu ihrer Zufriedenheit wieder aufbauen können.

Diese Aussöhnung, wie sie geschrieben steht, geloben wir ohne Arglist und Betrug mit dieser Urkunde fest und stets zu halten und nicht dagegen zu handeln.

Des zu Urkund haben wir der Stadt Hillesheim Siegel an diese Urkunde gehängt und haben ebenfalls unsern lieben gnädigen Herrn, Herrn Boemund zu Trier, gebeten, daß er zu größerer Beständigkeit sein Siegel zu dem unsern an diese Urkunde hängen wolle.

Und Wir, Boemund, von Gottes Gnaden Erzbischof zu Trier, bekennen, daß dieser vorbeschriebene Vergleich mit unserer Erlaubnis und gutem Willen geschehen ist, und haben auf Bitten Unserer vorgenannten Bürger und Gemeinde von Hillesheim Unser Siegel zu dem ihrigen an diese Urkunde gehängt, die gegeben ist im Jahr Eintausenddreihundertsechsundfünfzig nach Christi Geburt an unserer Frauen Abend, auf lateinisch genannt Annuntiatio (Vorabend von Mariae Verkündigung, 24. März).

 

 

   
© Albert Hillesheim & ALLROUNDER