Über die Sippe Hillesheim

Wappen der HillesheimsDer folgende Beitrag ist entnommen aus dem Archiv für sippenkundliche Mitteilungen aus dem Sippenverband Hillesheim, Heft Nr. 1, erschienen im Jahr 1937. Dieser Sippenverband wurde 1936 gegründet. Der erste Vorsitzende war Joseph Hillesheim aus Wuppertal-Elberfeld. Dieser Verband hat von 1936 bis 1941 bestanden und in diesem Zeitraum zehn Verbandshefte herausgegeben und einige Sippentage veranstaltet. Der erste Sippentag fand am 14./15. November 1936 in Andernach statt. Im Anschluß hieran erschien dann auch die erste Ausgabe der Sippenzeitschrift, in der auch der folgende Beitrag abgedruckt ist.

Im Rheinlande, wo Natur und Sage ihre Reize in üppigter Weise entfalten, hat die Wiege unserer Ahnen gestanden. In den Jahren 1336 bis 1341 wird in mehreren Urkunden der Eifel ein Tilkin von Hillesheim genannt. Er ist Burgmann der Burg Hillesheim i. d. Eifel gewesen. Wieviel Nachkommen er gehabt hatte, ist nicht zu beweisen. Jedoch werden rund 40 Jahre später bereits schon genannt: Johann von Hillesheim u. Jöris ( Georg ) von Hillesheim, die desselben Stammes waren. Johann von Hillesheim erwarb 1383 ein Gut Steinhaus und Jöris Hillesheim und mehrere Generationen nach ihm waren bis um 1500 Bürgermeister, Schultheiss oder Schöffe der Stadt Hillesheim i. d. Eifel.

Zwischen 1440 u. 1450 machte sich ein Wilhelm v. Hillesheim (wahrscheinlich der Urenkel des oben genannten Tilkin) in Mayen ansässig. Seine Gattin war Freugin (=Veronika) von Kottenheim. Andere Brüder und Vettern von ihm und Nachkommen von diesen waren bis um das Jahr 1600 in der ganzen Eifel verbreitet.

Zur Sippe gehörten die von Hillesheim zu Kaltenborn (an der hohen Acht), die von Hillesheim zu Hetzerath mit Besitzungen zu Nohn, ferner die Hillesheim zu Münstereifel und, nach dem Wappen zu schliessen, auch die Hillesheim zu Briedel an der Mosel, die dort im 18. Jahrhundert wohnten.

Der (vemutlich) jüngste Sohn Konrad des in Mayen wohnenden Wilhelm von Hillesheim kam um das Jahr 1478 als Zollschreiber nach Andernach. Sohn, Enkel und Urenkel von diesem Patrizier Konrad von Hillesheim haben in Andernach bis 1575 hohe Ratsstellen bekleidet. Besonders der Urenkel Ludwig von Hillesheim hat die Geschicke seiner Vaterstadt in ununterbrochener Folge 30 Jahre als Bürgermeister, Baumeister und Schöffe geleitet. Er trat auch als Schriftsteller hervor. Seine Bücher sind heute noch in einigen Bibliotheken erhalten, Von den 3 Söhnen des Ludwig Hillesheim war einer Priester, der andere Doktor der Rechte ( er starb kinderlos in Andernach 1596 an der Pest ) und der Jüngste "Gerichtsherr" in Boppard.

Dieser, Peter Hillesheim, hat Andernach vor dem Jahre 1580 verlassen und wird in einer Urkunde in Andernach vom Jahre 1594 als "zu Kettigh" wohnhaft genannt. Dieser Peter Hillesheim ist der erste des Namens Hillesheim der in Kettig in Grundstücksakten genannt wird. Von Kettig aus verzweigte sich im 17. u. 18, Jahrhundert die Sippe nach allen Richtungen der Umgegend, während alle anderen Linien, die im 15. u. 16. Jahrhundert bestandenen, anscheinend ausgestorben sind.

Die Herkunft der Hillesheim in Waldbröhl ( seit 1563 dort ansässig ) konnte ich bisher noch nicht einwandfrei nachweisen. Vermutlich stammen sie jedoch von dem Johann von Hillesheim ab, der nach einer Urkunde vom Jahre 1383 ein Gut Steinhaus kaufte. Nun liegt im Kreise Waldbröhl bei Much ein Gut Steinhaus, welches noch bis zum Jahre 1600 von einer Familie Hillesheim bewohnt war.

In unmittelbarer Nähe des Gutes Steinhaus bei Much liegt auch Rittersitz Hillesheim. Es ist möglich, daß der oben genannte Johann von Hillesheim mehrere Söhne zu versorgen hatte und den Rittersitz Hillesheim neben seinem erworbenen Gute Steinhaus erbaute.

Jedenfalls ging um die Mitte des 15. Jahrhunderts ( 1463 ?) der Rittersitz Hillesheim in den Besitz des Geschlechtes "von Merscheid" über, die sich deshalb später "von Merscheid, gen. von Hillesheim" nannten, während das Gut Steinhaus bei Much niemals im Besitze der Familie von Merscheid gewesen ist. Aus diesem Geschlecht wurde 1712 ein Mitglied in den Reichsgrafenstand erhoben (er nannte sich "Graf v. Hillesheim", wovon eine Tochter im Jahre 1756 den Reichsgrafen von Spee heiratete.

Außer einer um 1550 abzweigenden livländischen Linie "von Merschitt-Hüllessem" starb auch das Geschlecht "von Merscheid gen. von Hillesheim" um 1800 aus, weshalb durch Erbschaft die vielen Besitzungen z.B. Arenthal b. Sinzig, Oberpleiss im Siebengebirge usw. an die Familie von Spee fielen. Heute noch ist Arenthal der Stammsitz der Grafen von Spee-Hillesheim.

 

   
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